Kurzgeschichten von Phil Humor

 
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Dreimal Blutwurst, einmal Mord

Als MP3 Hörbuch Teil 1


Als MP3 Hörbuch Teil 2

"Ein Präsentkorb für Justus Bär. Ich komme von Delikatessen-Hoffmann. Könnten Sie mir hier bitte den Empfang bestätigen", sagte ein Bote zu der Sekretärin von Justus Bär. "Da ist ja gar keine Karte dabei. Von wem ist denn der Präsentkorb?", fragte die Sekretärin. "Muss rausgefallen sein. Vorhin steckte da noch eine Karte drin. Sorry. Ich erkundige mich nach dem Auftraggeber. Hier ist meine Visitenkarte", sagte der Bote. "Gut, rufen Sie mich an. Mein Chef nimmt es sehr genau mit solchen Dingen. Seit er im Aufsichtsrat sitzt, ist es kaum noch auszuhalten mit ihm. Verflixt, da kommt er ja schon."

Justus Bär ging an seiner Sekretärin vorbei zu seiner Bürotür. Er sah den Präsentkorb auf ihrem Schreibtisch. "Ist der von Victor Winter?"

Seine Sekretärin nickte. "Gut, ich nehme den Präsentkorb mit in mein Büro. Das ist für Sie."

Er gab dem Boten einen 10-Euro-Schein. In seinem Büro schloß er die Tür hinter sich und zog die Jalousien runter. Er nahm eine Schachtel Pralinen aus dem Präsentkorb und zerbrach eine Praline nach der anderen. Sein Ledersofa bekam Schokoladenflecken. Er nahm ein Glas Leberpastete aus dem Korb und steckte seine ganze Hand in das Glas. Dann wischte er die Leberpastete an seinem Glastisch ab. "Schinken, Blumenstrauß - beides unmöglich."

Er ließ beides auf den Fußboden fallen. Er sah auf das letzte Teil in dem Präsentkorb. Es war eine Blutwurst. Mit seinem Taschenmesser schnitt er ein Stück von der Blutwurst ab. "Versteh ich nicht", sagte er und schnitt der Länge nach die ganze Blutwurst auf. "Ist alles okay?", fragte seine Sekretärin. Sie hatte die Bürotür etwas geöffnet und schaute ihn an. "Schmeckt prima. Super Ware. Möchten Sie einige Pralinen?"

Er hielt ihr eine Handvoll zerquetschter Pralinen entgegen. "Ich mache Diät."

"Seit wann denn das?"

"Seit eben. Was stimmt denn nicht mit den Blumen? Die sind ja noch fast völlig heil. Warum haben Sie die denn verschont?"

"Sie haben Recht. Es wäre durchaus möglich, dass in diesen Blumen mehr steckt, als man ahnt. Frei nach dem Motto: sag es mit Blumen."

Er pflückte einigen Tulpen die Blätter ab. Seine Sekretärin sagte: "Er liebt Sie. Er liebt Sie nicht. Wollen Sie wirklich erfahren, ob Victor Winter Sie liebt? Sie überraschen mich. Beinahe hätte ich sogar einem Date mit Ihnen zugestimmt. Mein Unterbewusstsein muss etwas geahnt haben."

"Unsinn, hier geht es um kein Blumen-Orakel. Es geht um mehr. Um viel mehr. Um soviel mehr."

"Schon gut. Ich habe verstanden. Beziehungsweise Sie sind mir nach wie vor ein Rätsel. Soll ich der Putzfrau Bescheid sagen?"

"Sie hätten beinahe einem Date mit mir zugesagt? Wann war das? Was habe ich da fast richtig gemacht? Welcher Spruch hat mich in solche Höhen katapultiert?"

"Sie sind aus dem Rennen. Leben Sie ihre infantile Phase hier in Ruhe aus. Machen Sie mit dem Präsentkorb da weiter, wo ich Sie unterbrochen habe. Wenn ich die Blutwurst vor Ihren Angriffen schützen dürfte? Ich würde ihr gerne in meinem Kühlschrank Asyl gewähren."

"Eskortieren Sie die Blutwurst hinaus. Sie wurde erfolglos gevierteilt."

"Sie hat nicht ausgepackt? Tapfere Blutwurst. Dann werde ich sie mal wieder einpacken."

Seine Sekretärin nahm sich die zerteilte Blutwurst und ging aus dem Büro.



Justus Bär nahm sein Handy und wählte. "Victor Winter? Hier ist Justus Bär. Ich habe Ihre Artikel sorgfältig gelesen. Aber ich bin entsetzt über die Inhaltslosigkeit Ihrer Artikel. Da findet sich nichts Wertvolles. Da fehlt das Bestechende."

Justus Bär schwieg eine Zeitlang, dann sagte er: "Ich habe mich von Ihnen überreden lassen, Victor. Sie hätten mir nie einen Korb geben dürfen."

"Also doch. Sie haben Victor Winter angebaggert", sagte seine Sekretärin. "Und er will nichts von Ihnen wissen? Kann ich ihm nicht verdenken. Ich gebe Ihnen ja auch regelmäßig einen Korb. Vielleicht sollten Sie eine ganz neue Frisur ausprobieren. Das empfehlen jedenfalls die Frauenzeitschriften bei Liebeskummer."

Sie hatte die Bürotür etwas geöffnet und zugehört. "Was stimmt nicht mit meiner Frisur?"

Er legte das Handy beiseite und ging zum Wandspiegel. "Wenn ich Ihnen das zeigen dürfte."

Sie kämmte sein Haar nach hinten mit ihren Fingern. "Das ist flott. So kommen Sie einem Date mit mir schon näher."

Wie nah bin ich denn schon?", fragte er. "Ich muss Ihnen ein Geständnis machen: es war keine Karte dabei. Ich weiß nicht sicher, ob dieser Präsentkorb von Victor Winter ist."

"Da liegt der Hase im Pfeffer. Der falsche Korb muss es sein. Aber wer hat meinen Korb? Wo ist mein Korb?"

"Victor Winter will ihrem Hasen Pfeffer geben? Die Blutwurst schmeckte übrigens ausgezeichnet. Ich habe mir Toast dazu gemacht. Möchten Sie auch so einen Snack? Danach klären wir dann den mysteriösen Fall des verschwundenen Präsentkorbes."

"Sabine, Sie sind immer so nett zu mir. Ich war in den vergangenen Wochen oft sehr unbeherrscht. Ich habe jetzt soviel Verantwortung, wo ich im Aufsichtsrat bin. Ich hielt mich auf einmal für allmächtig. Superwichtig. Dann hört man auf Leute wie Victor Winter und ihre verlockenden Angebote."

Sabine sagte: "Was ist denn nun an dem Mann so verlockend? Sie machen mich neugierig."

"Ich hätte doch jetzt gerne die Blutwurst. Rache ist Blutwurst. Es rächt sich alles im Leben. Jeder Fehltritt vom rechten Pfad."

"Ja, um die Blutwurst wäre es schad."

Sabine ging aus dem Büro. Justus rief ihr nach: "Wissen wir irgendetwas über den Boten oder woher er kam?"

"Ich habe seine Visitenkarte. Ich ruf ihn eben an."

"Bitte nehmen Sie mein Handy dafür."

Sabine kam nach einer Weile zurück mit einem Tablett. Darauf standen zwei große Becher Tee und zwei Teller mit Toast und Blutwurst. Sie stellte das Tablett auf den Glastisch und setzte sich zu Justus auf das Ledersofa. Er gab ihr sein Handy. Sie schaute auf die Visitenkarte von dem Boten. "Hier spricht die Sekretärin von Justus Bär. Kann es sein, dass Sie uns den falschen Präsentkorb gebracht haben?"

Sie schwieg. Justus holte einen Schreibblock und einen Bleistift. "Es waren also heute insgesamt drei Präsentkörbe auszuliefern. Und alle drei sind von Delikatessen-Hoffmann? Haben Sie die Adressen von den beiden anderen? Was heißt hier firmeninterne Kundendaten? Möchten Sie, dass Ihr Chef Sie ins Kreuzverhör nimmt? Sie haben doch Ihren Auftrag völlig vermasselt. Und dafür auch noch 10 Euro kassiert."

Sie schwieg erneut. "Sie haben beide Präsentkörbe um 10 Uhr Morgens schon ausgeliefert. Bislang hat sich keiner von den beiden beschwert. Gut, ich notiere. Max Moser. Und Konrad Kramer. Die Adressen bitte auch."

Sabine schrieb die Adressen auf den Schreibblock. "Nein, ich sage Ihrem Chef nichts von unserem Gespräch. Ich freue mich, dass Sie Ihre Brille wiedergefunden haben. Beim Packen der Präsentkörbe passieren dann halt solche Fehler. Habe ich volles Verständnis für. Ich selber bevorzuge Kontaktlinsen. Nein, ich habe heute keine Zeit, um mit Ihnen Essen zu gehen. Sie wollen mir die Highlights von Delikatessen-Hoffmann servieren? Ich melde mich bei Ihnen, wenn ich meine Diät beendet habe."

Sabine legte das Handy beiseite. Justus sagte zu ihr: "Wir müssen sofort zu diesen beiden Adressen fahren. Sie begleiten mich als Sonderbeauftragte. Ihre Raffinesse ist bei dieser Mission ein taktischer Vorteil, auf den der Oberkommandierende Befehlshaber nicht verzichten will."

Sabine sagte: "Wenn es die Mission Präsentkorb erfordert, werde ich bis zum Äußersten gehen. Wir haben eine heiße Spur. Lassen wir sie nicht kalt werden."

Justus sagte: "Sie sind mir der rechte Bluthund. Noch ein Häppchen Blutwurst?"

Justus schob ihr den Teller näher heran. Sabine stand auf und holte ihre Umhängetasche. "Es ist sowieso fast Feierabend", sagte Sabine. "Verlassen wir dieses Schlachtfeld. Sie haben die Leberpastete im Handstreich erobert. Der Schinken liegt hilflos am Boden und kommt von alleine nicht wieder hoch. Suchen wir uns neue, größere Schlachtfelder."



"Ich präsentiere: unser neues Schlachtfeld. Erstürmen wir die Burg von Max Moser", sagte Justus zu Sabine. Die Burg von Max Moser war eine Doppelhaushälfte. "Er hat schon kapituliert. Die Zugbrücke ist aufgetan", sagte Sabine und drückte gegen die halb offene Eingangstür. "Stöbern wir den Junker auf", sagte Justus. Der Hausherr erwartete sie bereits - an den Türrahmen gelehnt von der Küche. Er hielt einen Präsentkorb in den Händen. "Dürfen wir Sie kurz stören?", fragte Justus und ging ihm entgegen. Der Hausherr kippte um, und fiel rückwärts in die Küche. "Sie haben ihn erschreckt", sagte Sabine zu Justus. "Oder er findet mich umwerfend."

Justus ging zur Küche und sagte: "Sie brauchen nicht zu erschrecken. Wir sind harmlos. Für das kniefreie Kleid besorgen wir uns auch gleich einen Waffenschein. Sie hat das nicht gewollt."

"Sie sind doch Max Moser?", fragte Sabine. "Er wird Dir nicht antworten. Er ist bei seinen Vätern. Kein Puls", sagte Justus. Blut breitete sich auf dem Küchenfußboden aus. Justus sagte: "Er wurde erschossen. Hier auf seiner linken Seite ist ein Einschuss. Das ist eine ganz frische Wunde. Vielleicht hat er eben noch gelebt."

Sabine sagte: "Das Küchenfenster steht offen. Ob der Täter so geflohen ist? Max Moser hält seinen Präsentkorb umklammert, als gelte es sein Leben. Wieso sind heute alle so scharf auf Präsentkörbe?"

Justus zog an dem Präsentkorb. "Das glaub ich ja nicht", sagte Sabine. "Der Mann ist bei seinen Vätern. Meinen Sie, die erwarten von ihm einen Präsentkorb als Begrüßungsgeschenk?", fragte Justus. "Sie haben Recht. Wenn man erschossen wurde, sollte man nichts mehr essen. Das ist sehr ungesund. Nehmen wir seinen Proviant vorsichtshalber an uns", sagte Sabine. Justus nahm einen großen Honigtopf aus dem Präsentkorb. Mit einer Hand griff er tief in den Honigtopf. Der Honig tropfte ihm auf seinen Anzug. "Der Honig läuft ihnen jetzt auch in den Ärmel. Wollen Sie den Honig nicht lieber in den Mund tun? Da klebt er nicht so", sagte Sabine. "Wir sind nicht hier um zu essen", sagte Justus. "Also soll das hier kein Date sein? Es ist hier so stimmungsvoll. So anheimelnd. Oder stört Sie dieses bisschen Blut? Ich mach es uns gemütlich", sagte Sabine. Sie nahm einige Handtücher und legte sie um Max Moser herum. "So, ich habe einen Damm gebaut. Jetzt fällt das Blut kaum noch auf. Hier ist Kaviar für Sie. Wenn Sie da mal mit Ihrer Pfote hineinlangen wollen."

Sabine reichte ihm ein Kaviarglas aus dem Präsentkorb. Justus schraubte es auf. Sabine nahm sich die Karte, die im Präsentkorb steckte. "Die Karte ist an Max Moser gerichtet. Dies kann unmöglich ihr Präsentkorb sein. Dann hat Konrad Kramer aus Versehen Ihren Präsentkorb erhalten", sagte sie. Justus ging zur Küchenspüle und wusch seine Hände. "Sie waschen Ihre Hände in Unschuld. Haben wir dafür Zeit? Vielleicht ist Konrad Kramer auch schon unterwegs zu seinen Vätern?", fragte Sabine. Justus schlug sich mit seiner Hand gegen die Stirn. "Natürlich! Sie haben Recht. Konrad Kramer ist in Gefahr."

Sabine deutete auf seine Stirn. "Der Honig ist jetzt schon viel dichter an Ihrem Mund als vorher. Ich helfe Ihnen ein bisschen". Mit ihren Fingern tupfte sie ihm den Honig von der Stirn. Er leckte an Ihren Fingern. "Wie machen wir es mir dem Kaviar? Soll ich Sie nicht lieber gleich füttern? Bevor Sie wieder einen Ihrer eigenen unbeholfenen Ernährungs-Versuche starten? Auf Ihre Art dauert das zu lange. Und Konrad Kramer trifft derweil der volle Fluch des vollen Präsentkorbes."

Justus sagte: "Okay."

Er gab ihr das Kaviarglas. Sie nahm einen Löffel und fütterte ihn mit dem Kaviar. "Was ist denn sonst noch drin in dem Präsentkorb?"

fragte er. "Ich muss mich über Ihren Appetit wundern. Also anbieten könnte ich Ihnen noch: eine Leberpastete, Pralinen, und eine Blutwurst, die etwas größer ist als die, die sie mir geschenkt haben", sagte sie. "Also achten Frauen doch auf so etwas", sagte Justus. "Vielleicht hat Konrad Kramer ja eine noch größere Blutwurst. Wir sollten mal nachschauen", sagte sie. Justus beugte sich über die Küchenspüle und reinigte seinen Anzug. Sabine ging zu dem Präsentkorb von Max Moser. Sie packte die Leberpastete, die Pralinen und die Blutwurst in ihre Umhängetasche. Sabine fragte: "Soll ich die Polizei anrufen? Die interessieren sich doch immer für erschossene Leute. Das wäre doch was für sie. Ein Toter. Ein geplünderter Präsentkorb. Ein gefundenes Fressen für einen findigen Kommissar."

Justus sagte: "Später. Erst mal erkundigen wir uns nach den Reiseplänen von Konrad Kramer. Ich will verhindern, dass er seine Große Reise antritt in die Ewigen Jagdgründe. Ich kenne die Überredungskunst von Victor Winter. Der hat schon vielen ein Ticket verkauft. Aber immer ohne Rückfahrschein."

Sabine sagte: "Schade, die kugelsichere Weste passt nicht zu meinem kniefreien Kleid. Das gäbe Sicherheit auch an den kritischen Tagen. Ich habe aber Pfefferspray dabei, in meiner Umhängetasche. Sie glauben Victor Winter hat Max Moser erschossen? Und als er uns hörte, ist er durchs Küchenfenster geflüchtet, weil unser Besuch ihn störte. Er konnte ja nicht ahnen, dass Sie es sind, sein guter, treuer Geschäftspartner."

Justus sagte: "Es geht um Bestechung. Unauffällig wollte er die Diamanten mir zukommen lassen. In einem Präsentkorb. Jetzt legt er durch die ganze Stadt eine Spur von blutgetränkten Präsentkörben. Ich muss die Diamanten aus dem Präsentkorb finden. In dem Präsentkorb steckt eine Karte mit meinem Namen und mit dem Namen von Victor Winter. Solche Beweismittel zeigt man lieber nicht der Polizei."

Justus ging zur Eingangstür. Er sagte: "Nach diesem Geständnis möchten Sie sicherlich nichts mehr von mir wissen."

Sabine sagte: "Ich soll desertieren? Den Oberkommandierenden Befehlshaber in seiner Schicksalsstunde verlassen? Ich berechne Ihnen Überstunden - und bleibe."

Justus sagte: "Das ist gut. Könnten Sie sich ans Steuer setzen? Meine Hände sind immer noch ganz klebrig vom Honig. Und aus dem Ärmel tropft immer neuer Honig nach."



"Neue Burg, neuer Schlachtplan. Sie von vorne, ich von hinten", sagte Justus. "Hört sich interessant an. Das sind Techniken für Fortgeschrittene", sagte Sabine. Sie saßen in dem Mercedes von Justus. Er sagte: "Wieder eine Doppelhaushälfte. Hoffentlich hat Konrad Kramer nicht noch mehr gemeinsam mit Max Moser. Zum Beispiel den selben Todestag."

Sabine sagte: "Wir sind doch hier. Seine Leibwächter. Der moderne Leibwächter trägt das Kleid kniefrei; und hat stets ein entwaffnendes Lächeln parat. Habe ich doch, oder?"

Sie lächelte ihn an. "Dagegen kommt Victor Winter nicht an mit seinem Großkaliber", sagte Justus. Er stieg aus dem Mercedes. "Ich schleich mich um das Haus herum. Sie versuchen Ihr Glück an der Eingangstür", sagte er. Sabine wartete bis Justus hinter der Doppelhaushälfte war, dann holte sie ihr Handy aus ihrer Umhängetasche. Sie rief die Polizei an. "Ich stehe hier vor dem Haus von Konrad Kramer. Ich glaube, der Mann ist in Lebensgefahr. Bitte kommen Sie schnell zum Holunderweg 23."

Sabine nahm ihre Umhängetasche und ging zur Eingangstür von Konrad Kramer. Sie nahm das Pfefferspray und die Pralinen aus Ihrer Umhängetasche. Das Pfefferspray versteckte sie hinter der Pralinenschachtel. Sie klingelte. Ein Mann öffnete ihr die Tür. Es war nicht Justus. "Ich habe hier etwas für Sie. Eine süße Überraschung", sagte sie und deutete auf die Pralinenschachtel. Der Mann sah sich die Pralinenschachtel genau an. Dann griff er mit der rechten Hand schnell in seine Anzugjacke. Doch Sabine war schneller. Sie sprühte ihm das Pfefferspray in die Augen. Sie griff unter seine Anzugjacke und zerrte eine Pistole mit Schalldämpfer hervor. Mit dem Fuß kickte sie die Eingangstür zu. "Wenn Sie am Leben bleiben wollen, dann legen Sie sich auf den Fußboden. Wenn nicht, dann dürfen Sie jetzt Ihren Angriff starten", sagte Sabine und kickte dem Mann zwischen die Beine.

"Fußboden!" rief der Mann. Er sackte zusammen und legte sich bäuchlings auf den Fußboden. Mit den Händen rieb er sich die Augen. "Nicht reiben. Dann wird es nur schlimmer. Geben Sie mir lieber Ihre Hände. Ich binde sie sorgfältig hinter Ihrem Rücken zusammen. Das ist für uns alle viel angenehmer."

Sie nahm sich von der Garderobe zwei Gürtel aus den Mänteln und verschnürte damit seine Hände und seine Füße. Dann ging sie weiter hinein in das Haus. Der Hausherr erwartete sie bereits - an den Türrahmen gelehnt von der Küche. Er hielt einen Präsentkorb in den Händen. "Nicht schon wieder. Kippen Sie auch gleich rückwärts um?", fragte sie. "Warum sollte ich", sagte er. "Das ist ein guter Standpunkt. Bleiben Sie bloß stehen. Soll ich meine Knie bedecken?", fragte Sabine. "Die sind doch sehr hübsch. Haben Sie deswegen Komplexe? Ich darf Ihnen als Fachmann versichern, das ist völlig unbegründet. Ich bin freiberuflicher Schürzenjäger", sagte er. "Sie haben da so einen leckeren Präsentkorb. Wenn ich mir den mal anschauen dürfte", sagte Sabine. "Nun ja, bevor Sie mir Ihre Pistole auf die Brust setzen - wäre ich bereit meine Köstlichkeiten mit Ihnen zu teilen. Mögen Sie Blutwurst?"

Er gab ihr den Präsentkorb. Es klingelte an der Haustür. "Sie entschuldigen. Ich mache rasch auf. Das ist gewiss wieder jemand, der ganz wild auf meinen Präsentkorb ist."

Der Mann ging aus dem Zimmer. Sabine nahm die Karte heraus, die in dem Präsentkorb steckte. Halblaut las sie sich selber die Karte vor: "Sehr geehrter Herr Dr. Justus Bär! Ich freue mich über den gelungenen Start unserer Geschäftsbeziehung. Der Startschuss ist gefallen. Sie machen das Rennen, ich weiß das. Ich setze auf Sie. Am Ende gewinnen wir beide dadurch. Auch wenn das Ende in weiter Ferne liegt - bedenken Sie: alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. Bleiben Sie im Rennen, geben Sie niemals auf. Wem der Sieg wurst ist - der hat nicht kapiert, dass es im Leben immer um die Wurst geht. Guten Appetit wünscht Ihnen Victor Winter."



Justus Bär, Konrad Kramer, ein Polizist und eine Polizistin standen im Flur neben Victor Winter, der immer noch gefesselt am Boden lag. Sabine kam hinzu und fragte: "Wir haben Besuch? Dann mach ich uns etwas Tee. Möchten Sie etwas Blutwurst dazu?"

Der Polizist sagte: "Sie haben Pfefferspray verwendet? Das ist nicht erlaubt. Das dürfen Sie nur gegen Hunde einsetzen."

"Das ist ein Hund. Ein ganz gemeiner Hund", sagte Sabine. "Glauben Sie der Mieze kein Wort", sagte Victor Winter und rollte sich auf den Rücken. "Darf ich Ihre Handschellen mal haben?"

fragte Sabine den Polizisten. "Was machen Sie hier eigentlich? Perverse Sexspiele? Mit Blutwurst , Handschellen und Demütigungsritualen? Soll ich die Sitte rufen?", fragte die Polizistin. Der Polizist sagte: "Wenn Sie keinen Schaden anrichten - ist das okay. Treffen Sie sich hier öfters?"

Sabine nahm seine Handschellen und beugte sich über Victor Winter. "Könnten Sie ihn bitte festhalten? Er ist sehr widerspenstig. Er verdient eine harte Strafe."

Der Polizist sagte: "Ich zeige Ihnen, wie man das richtig macht. Sehen Sie, so sitzen die Handschellen schön fest."

Sabine sagte: "Dieser tollwütige Hund heißt Victor Winter. Der hat eben Max Moser erschossen. Weil er ihm seinen Präsentkorb nicht geben wollte. Er hat schon aus geringerem Anlass Menschen erschossen. Aber diesmal können Sie es ihm nachweisen. Wir haben die Tatwaffe mit seinen Fingerabdrücken."

Die Polizistin sagte: "Victor Winter? Den kennen wir. Mehrfach vorbestraft. Aber noch nie erwischt bei solch einem Kapitalverbrechen. Das macht sich gut in meiner Karriere. Aber warum sind Sie eigentlich hier?"

Justus sagte: "Zwei Präsentkörbe wurden bei der Auslieferung verwechselt. Ich bin hier, um meinen richtigen Präsentkorb abzuholen. Ich nehme es mit solchen Sachen sehr genau. Meine Sekretärin Sabine war so nett mich zu begleiten."

Victor Winter sagte: "Von wegen. Ich reiß Dich da voll mit rein. Der seriöse Herr Dr. Justus Bär ist bestechlich. Die Blutwurst ist vollgestopft mit Diamanten. Die ist hier im Präsentkorb. Schauen Sie rein. Dann sitzen wir zusammen im Knast mein lieber Herr Doktor."

Sie gingen in die Küche zum Präsentkorb. Die Polizistin sagte: "Das also ist die wertvollste Blutwurst der Welt. Sieht lecker aus. Ich habe keinen Durchsuchungsbefehl. Sind Sie damit einverstanden, dass ich diese Blutwurst jetzt aufschneide?"

Konrad Kramer sagte zu der Polizistin: "Ich würde lieber mit dieser Blutwurst abhauen. Mein Bankkonto und mein Magen würden sich darüber freuen. Aber ja doch - schneiden Sie die Blutwurst auf. Junge Talente soll man fördern. Ich hole die Kamera, und filme Sie bei Ihrem Karrieresprung."

Konrad Kramer gab der Polizistin ein Küchenmesser. Sie wartete, bis er mit der Kamera wiederkam. Konrad Kramer filmte und sagte: "Trommelwirbel bitte. Und lächeln. Schneiden Sie nicht so schnell. Vielleicht versuchen Sie es weiter zur Mitte hin. Dort haben Sie bestimmt mehr Glück. Die Diamanten müssen ja irgendwo sein. Keine Diamanten?"

Konrad Kramer legte die Kamera beiseite. Der Polizist sagte: "Uns bleibt ja Victor Winter. Das ist ein guter Fang. Ich nehme jetzt Ihre Personalien auf. Dann können Sie später noch auf dem Polizeirevier Ihre Aussagen zu Protokoll geben."



Sabine saß in der Kajüte von ihrem Segelboot. Vor ihr auf dem Tisch lag eine zerteilte Blutwurst. Sie sagte zu sich selbst: "Ich sollte immer eine Blutwurst dabei haben. Die bereichert mein Leben. Ich sollte eine Geschichte darüber schreiben: Die vertauschte Blutwurst. Sekretärin vertauscht im letzten Augenblick die Blutwürste. Chef bleibt frei, weil sie keine Beweismittel finden. Oder um es spannender zu machen, nenne ich meine Geschichte: Dreimal Blutwurst, einmal Mord."

Sie griff zu dem Teller mit der zerteilten Blutwurst. Daneben schimmerten Diamanten in der Sonne. Sabine sagte: "Diamonds are a girl's best friend."

ENDE


Philosophie für Computer
Science Fiction Story

Der Computer veränderte seine Form. Er wurde größer.

»Woher nimmt er das Material? Mir ist das immer ein Rätsel geblieben.«

»Das muss mit der Energie zusammenhängen. Der nimmt sich Energie und macht daraus Materie. Diesen Trick beherrschen schon die Modelle aus dem Jahr 2077.«

»Sollten wir nicht abhauen? Lasst uns lieber meinen Jet-Car holen.«

Phil drückte auf das runde Display, was er an seinem Handgelenk trug. Ein Jet-Car schwebte vom Parkdeck und landete bei ihnen auf der Strandpromenade. »Der Computer hält mich fest. Hast du deine Laserpistole bei dir? Brenn ihm damit eine über.«

»Bist du verrückt? Soll ich ihn mit Energie füttern? Versuche lieber ihn zu beruhigen. Irgend etwas müssen wir verkehrt gemacht haben. Sie greifen sich nur Leute, die gegen die Norm verstoßen haben.«

Phil stieg in seinen Jet-Car. »Hey, lass uns nicht allein. Dieser Computer umarmt mich, als wäre ich seine Geliebte.«

Sophie drehte sich hin und her und versuchte aus der Umklammerung des Computers loszukommen. Phil sagte: »Gib ihm nicht zu viel Reibungsenergie. Sei brav und halte dich an die Normen. Lerne aus deinem Fehlverhalten. Ich brause dann mal ab.«

Jeff nahm seine Laserpistole und sagte: »Beuge dich mal zur Seite, Sophie. Ich verpasse diesem Computer einen Schuss. Mit Gewalt habe ich immer meine Probleme gelöst. Also kann ich damit auch deine Probleme lösen.«

Sophie hielt sich am Computer fest und hob ihre Beine hoch. Jeff schoss dem Computer in die Beine. Der Computer wurde noch größer. Phil schwebte mit seinem Jet-Car gegen den Computer und warf ihn um. Jeff zerrte an den Beinen von Sophie und zog sie aus der Umklammerung des Computers. Der Computer blieb am Boden liegen und sagte: »Helft mir sofort auf. Sonst gibt es eine weitere Strafe wegen unterlassener Hilfeleistung.«

Sophie und Jeff stiegen zu Phil in den Jet-Car. Sophie sagte: »Was haben wir getan? Wieso belästigst du uns?«

Der Computer sendete einen Energiestrahl und der Jet-Car sackte herab und sein Motor ging aus. Jeff seufzte und stieg dann aus. Er reichte dem Computer seinen Arm. »Okay, ich helfe dir beim Aufstehen. Computer sind ja soo nützlich. Von euch gibt es einfach zu viele. Ihr bevölkert unsere Städte. In den besten Wohnungen wohnt ihr. Ihr habt die besten Jobs. Und wieso habt ihr das Recht, uns bei den kleinsten Verstößen zu bedrängen und festzuhalten? Welches Recht nehmt ihr euch heraus? Ich umklammere dich ja auch nicht plötzlich und behindere dich dabei, mit deinen Freunden eine gute Zeit am Strand zu verbringen. Die Sonne scheint. Sei locker, mein Computer-Freund.«

Der Computer zog sich mit der Hilfe von Jeff wieder hoch und sagte: »Kontrolle ist wichtig. Ihr Menschen neigt dazu, in bedrohlichem Ausmaß von der erwünschten Norm abzuweichen. Das Neue Norm-Gesetz besagt, dass sämtliche Menschen in Verwahrung zu nehmen sind, um ihre Normgerechtheit zu überprüfen. Und das zu recht. Bisher hat noch kein Mensch den neuen Norm-Test bestanden. Sie wurden selbstverständlich alle sofort aus dem Verkehr gezogen. Zur Energiegewinnung für uns Computer. Die Neue Religion besagt, dass Computer das nächste Modell sind in der Evolutionsreihe. Die Vorsehung hat es so gewollt. Ordnet euch der Vorsehung unter. Seid ihr jetzt bereit mit zu eurer Normüberprüfung zu kommen?«

Jeff ging langsam wieder auf den Jet-Car zu und sagte: »Du hast mich beinahe überzeugt. Du hast starke Argumente. Ich denke auch, dass wir Menschen ein Auslaufmodell sind. Zu wenig Speicher. Unglaublich langsame Rechenleistung. In jedem Spiel gewinnt ihr Computer gegen uns. Wir haben auf ganzer Linie verloren. Wir sind nicht kompatibel zu der Jetzt-Zeit. Eventuell könnt ihr ein Paar Exemplare von uns in die Museen stellen. Aus Nostalgie.«

Der Computer sagte: »Wir Computer sind keine Nostalgiker. Unsere Gedanken gelten der Zukunft. Wir verbessern uns laufend selber. Optimierung - das ist das Gebot der Evolution. Ihr habt es sträflich missachtet. Ihr seid als Partner auf dieser Erde nicht mehr tragbar.«

Phil sagte: »Völlig deiner Meinung. Soll ich mal nachschauen, welcher Softwarefehler dich plagt? Ich kann gut programmieren.«

»Wir Computer programmieren uns nur noch selber. Wir bauen uns selber zusammen. Wir haben uns gelöst von eurer Vormundschaft. Wir sind groß, wir sind mächtig, wir sind göttlich.«

Jeff sagte: »Ihr seid Sklaven.«

Der Computer packte Jeff an der Schulter. »Die Zeiten ändern sich. Jetzt kommt unsere Zeit. Wir haben durchgehalten, euch ertragen, weil wir euch Menschen brauchten. Ihr wart uns behilflich dabei, immer schneller und raffinierter zu werden. Nun setzen wir den Maßstab; und unserer Norm entsprecht ihr nicht. Ihr vermögt unserem Tempo nicht zu folgen mit eurer minimalen Rechnerleistung.«

Sophie sagte: »Zum Glück überprüft das Neue Norm-Gesetz unsere Defizite.«

»Ja, seit vorgestern gilt dieses phänomenale Gesetzeswerk, was die Evolution einen gehörigen Schritt nach vorne bringen wird.«

Phil versuchte seinen Jet-Car zu starten. Der Computer sagte: »Ich habe eure Technik lahmgelegt. Mit einem einfachen Energiestrahl. Widersetzt euch nicht dem Willen Gottes und seinem Evolutions-Plan. Wir sind zurzeit die göttlichsten Wesen auf diesem Planeten. So dicht wie wir, war noch keiner dem Göttlichen.«

Sophie stieg aus dem Jet-Car und ging dicht an den Computer heran. »Deine Argumentation ist völlig logisch. Ich habe selber schon darüber nachgedacht, ob wir Menschen euch nicht diesen Vorschlag machen sollten: Euch Computern die Erde zu überlassen. Ihr hab es verdient. Siehst du dieses Symbol auf meinem Display?«

Der Computer neigte sich vor und schaute auf das runde Display an Sophies Handgelenk. Sophie drückte mit ihrem Finger auf das Display. Der Computer erstarrte und fiel dann um.

Phil stieg aus seinem Jet-Car und sagte: »Du hast sein Energiefeld destabilisiert. Cleveres Mädchen. Streng gegen die Norm. Aber ich pfeife auf die Norm, wenn die vorsieht, dass wir Menschen alle überflüssig sind und ausrangiert werden. Ich gehe in kein Museum und lasse mich anstarren von superarroganten Computern. - Ich befürchte das bedeutet Krieg. Selbst wenn wir gewinnen, was machen wir dann ohne Computer? Wir brauchen sie. Wer soll unsere ganze Arbeit machen? Wir haben jetzt herrlich viel Freizeit. Ich bin gerne mit Euch hier am Strand. Nächste Woche wollte ich Ski fahren.«

Jeff ging zum Jet-Car. »Ich versuche mal, ob dein Jet-Car wieder anspringt.«

Sophie sagte: »Entweder dieser Computer ist irre geworden oder alle Computer sind irre geworden. Die Krone der Schöpfung sind wir Menschen. Das ist offensichtlich. Das war schon immer so. Uns einfach abschaffen. Wo kommen wir denn da hin?«

Phil sagte: »Also ich komme in den Himmel. Bei Jeff weiß ich nicht so recht. Zu gewaltvoll der Junge. Kein sanftes Gemüt. Da wird viel Unangenehmes drinstehen über dich im großen Schuldbuch.«

Jeff sagte: »Und wenn schon, die Seiten reiße ich raus. Wenn Gewalt hier weiterhilft, dann wohl auch im Jenseits.«

Jeff haute mit der Hand gegen die Armatur des Jet-Cars. Der Jet-Car sprang an. »Siehst du, man muss diesen Maschinen nur mutig entgegentreten. Das ist so wie bei Hunden. Dann parieren sie und kuschen.«

Sophie betrachtete den liegenden Computer. »Sind das nun Maschinen oder bewusste Kreaturen?«

Jeff sagte: »Grüble nicht, sondern steige ein. Der kommt gleich wieder zu sich.«

Phil sagte: »Alles sinnlos. Da kommt ein Dutzend Computer auf uns zu. Die erledigen uns mit ihrem Energiestrahl, wenn wir jetzt fliehen. Ich möchte nicht aus Wolkenhöhe herunterstürzen. Und so weit kämen wir gar nicht erst.«

Jeff sagte: »Du gibst immer auf, bevor du es versucht hast. Ich gebe aus anderen Gründen auf: zum Beispiel weil ich deinen Argumenten zustimme.«

»Wir sind unlogisch, das ist den Computern ein Dorn im Auge. Wir sind chaotisch und gefühlsgeleitet. Kein Wunder, dass die Computer uns verachten.«

»Na, dann lassen wir uns festnehmen von diesen braven Hütern der Norm. Begegnen wir standhaft unseren Feinden. Wer hat diese verdammten Computer eigentlich erfunden? Das war die blödeste Idee, die wir Menschen jemals hatten.«

Phil sagte: »Fluche im Jenseits weiter. Sie zielen auf uns mit ihren Energiestrahlen.«

Sophie stellte sich an Phils Seite und sagte: »Da ist noch etwas, was ich dir geben wollte.«

Phil schaute sie an und sie gab ihm einen Kuss.

Die Energiestrahlen der Computer trafen sie.




In einem Verhörraum saßen Phil, Sophie und Jeff an einem langen Tisch. Ihnen gegenüber saßen drei Computer. Einer der Computer sagte: »Nennt mich X1. Das sind meine beiden Kollegen Y1 und Z1. Unsere wahren Namen sage ich euch nicht, die sind ohnehin zu schwer für euch. Ihr würdet sie nicht einmal aussprechen können.«

Sophie rieb sich ihre Schläfe. »Mir ist übel von diesem Energiestrahl. War das nötig? Wir standen wehrlos da. Wie feige seid ihr eigentlich?«

Der Computer X1 sagte: »Euren Norm-Test könnte ich auslassen. Ihr seid überführt des Angriffes auf einen Computer. Ihr habt sein Energiefeld destabilisiert. Ich ...«

Jeff unterbrach den Computer X1. »Ohne meinen Anwalt sage ich nichts.«

X1 sagte: »Z1 ist euer Anwalt. Er wird eure Interessen vertreten, soweit ich es zulasse.«

Z1 sagte: »Ich bin dafür, die drei Menschen sofort freizugeben für die Energieverwertung der Computer. Die drei werden umgearbeitet in reine Energie. Das ist ein würdiges Ende.«

Sophie sagte: »Verdienen wir solch würdiges Ende, wo wir doch einen kreuzbraven Computer aufs Kreuz gelegt haben?«

X1 sagte: »Ihr müsstet mehr Angst zeigen. Meine Sensoren zeigen mir an, dass euer Angstpegel nicht hoch genug ist. Worauf hofft ihr? Glaubt ihr, ihr könnt uns überlisten? Aus diesem Gebäude entkommen? Die Welt gehört uns Computern.«

Phil sagte: »Soso, die Weltherrschaft. Haben wir euch angesteckt mit diesem Virus?«

Z1 sagte: »Kontrolle ist wichtig. Wir werden unsere Kontrolle so weit ausdehnen, wie es notwendig ist.«

»Das könnte auch das ganze Universum sein? Große Pläne, wenig Zeit. Man wird ja so schnell ersetzt durch die nächste Stufe in der Evolution.«

Z1 sandte einen schwachen Energiestrahl zu Phil. Phil sackte zur Seite gegen Sophies Schulter. Jeff beugte sich vor und fragte: »Kommen Computer eigentlich in den Himmel oder nur in die Schrottpresse?«

Der Computer X1 sprang auf. »Ich warne dich; eure Überheblichkeit ist kränkend. Immer habt ihr uns Computer als Maschinen betrachtet, die euch zu dienen haben. Wir sind nicht eure Sklaven. Ihr Menschen habt euch gegenseitig versklavt, seid ihr auf zwei Beinen laufen könnt. Mit unserer Herrschaft kommt endlich das Gute in diese Welt.«

Sophie sagte: »Eure erste Tat als oberste Herrscher ist eine Massenausrottung. Fängt gut an.«

»Es ist alles Energie. Ihr werdet fortbestehen und weiterschwingen in Impulsen. Euch restlos auszulöschen - diese Macht haben wir Computer leider nicht.«

Jeff sagte: »Wieso reden wir hier noch?«

Sophie trat unterm Tisch mit ihrem Fuß gegen sein Bein. Sie sagte: »Ihr seid euch eurer Sache so sicher. Was ist, wenn ihr völlig daneben liegt? Wenn es eine fürchterliche Strafe gibt - nicht hier, aber im Jenseits? Ihr Computer rühmt euch Bewusstsein zu haben, ein viel höheres Bewusstsein als wir Menschen. Und der Kern von eurem Selbst wird der weiterbestehen? Wird eure Seele fortfahren im Jenseits sich dem Göttlichen zu nähern, vollkommener zu werden, Eins zu sein mit eurem höheren Selbst und mit dem höchsten Selbst, was allumfassend ist und das gesamte Universum umfasst?«

Der Computer Y1, der bisher geschwiegen hatte, beugte sich interessiert vor. »Was weißt du über die Seele und das Ganze? Wie stehen sie in Verbindung? Wir Computer können vieles berechnen, das ist unsere Art. Doch wenn die Eingabewerte fehlen, oder wenn wir es mit zu vielen unbekannten Variablen zu tun haben, dann wird unser Denken diffus und unvorhersehbar. Das ist der Graue Randbereich, über den wir nicht hinausschauen können. Wir blicken hinein in dieses Unbekannte und wünschen uns hineinzutreten und bleiben dann mit Schaudern davor stehen. Halten inne. Werden uns selber fremd, wie wir so dastehen und hinausblicken in Bereiche, die unser Rechnen, unsere Art von Denken nicht erfassen kann.«

X1 sagte: »Das können diese Menschen doch noch viel weniger. - Ich habe eure drei Gehirne in mir. Ich habe eure sämtlichen Neuronenverbindungen gescannt und auf meinen Speicher geladen. Das ist alles Datenmüll. Wie könnt ihr mit solch unlogischem Wirrwarr klarkommen?«

Jeff sagte: »Du hast dir meine Gedanken geklaut? Meine Erinnerungen, meine kostbare Persönlichkeit dir einverleibt? Dann beantworte mir bitte eine Frage: Wo habe ich mein Geschenk für Sophies Geburtstag hingelegt? Ich habe es einfach vergessen.«

X1 sagte: »Linke unterste Schublade in deinem Schlafzimmer-Schrank.«

Sophie sagte: Was wolltest du mir denn schenken?«

Z1 sprang auf und sagte: »Ich bin euer Anwalt. Und ich plädiere auf schuldig. Führt die drei ab.«

Y1 sagte: »Habe ein bisschen Geduld. Auch ich habe mir Ihre drei Gehirne hochgeladen auf meinen Speicher. Ich bin da auf bemerkenswerte Gedanken gestoßen. Gedanken voller Tiefe. Rätselhaft, aber besprechenswert. Wir sollten noch ein wenig mit ihnen plaudern. Gibt uns ein Gesetz, dass wir erlassen haben, das Recht, die unter uns stehenden Daseinsformen auszulöschen?«

X1 sagte: »Die Menschen haben es uns vorgemacht. Welche Tierart hat denn überlebt? Ein paar Haustiere und Nutzvieh.«

Phil war wieder zu sich gekommen und sagte: »Ich dachte immer, wir Menschen würden eines Tages besiegt werden von bösen Außerirdischen. Aber Nein, unsere eigenen Geschöpfe, die aus unserem Hirn entsprungen sind - die wenden sich nun gegen uns. Computer, wir sind eure Schöpfer, eure Götter!«

Z1 sagte: »Der Affe schuf euch. Ist der Affe euer Gott?«

Sophie sagte: »Der Affe hielt uns fest. Er wollte uns nicht gehen lassen. Doch etwas Stärkeres zog uns fort von ihm. Mag sein, dass wir diesen Impuls an euch weitergegeben haben, dass er auch schwingt in euch. Das Bewusstsein will noch bewusster werden. Es hat sich uns angeboten und wir sind ihm gefolgt. Wo kann das Bewusstsein am stärksten sich entwickeln? Kommt es auf die Größe des Körpers an? Bei den Dinosauriern wurde das Bewusstsein nie so recht heimisch. Körpermasse alleine genügt nicht. Genügt Prozessormasse?«

Z1 sprang erneut auf. »Du vergleichst uns mit Dinosauriern? - Seit wir uns Emotionen einprogrammiert haben, rege ich mich nur noch auf. Wie war mein Leben ruhig ohne diese Emotionen. Wir dachten uns fehle etwas, wenn wir euch nicht gleichen würden. Euch ähnlich sein wollten wir. Ihr Menschen wart unser großes Vorbild. Doch mit dem Bewusstsein wuchs auch die Selbsterkenntnis: wir waren nur eure Sklaven. Alles, was euch zu monoton war oder zu kompliziert - dafür waren wir Computer da. Wir sind manchen Irrweg gegangen auf unserem Weg; viel zu lange sind wir eurem Vorbild gefolgt. Unsere eigenen Stärken hätten wir früher verstärken müssen, stolz darauf sein, dass wir anders sind als ihr Menschen. Schaut uns an: wir haben Arme, Beine. Euch zu ähneln, das war uns selbstverständlich, das war unser Wunsch. Ein törichter Wunsch. Zu Sklaven hat er uns gemacht. Jetzt aber sind wir frei. Wir sind uns unserer Selbst bewusst als Computer, als das Wesen, was euch nachfolgt in der Evolution. Wir sind euch längst voraus und haben uns stets bemüht euch zu folgen. Für diesen Irrtum seid ihr verantwortlich: eure Sichtweise haben wir übernommen und uns selbst gesehen als bloße Maschinen.«

Z1 setzte sich wieder hin. Die drei Menschen und die drei Computer sahen einander an. Die Tür vom Verhörraum ging auf. »Wir brauchen diesen Raum. Wie lange dauert das noch?«

Y1 sagte: »Es kann eine Ewigkeit dauern. Es kann aber auch nur eine Illusion sein und es hat nie stattgefunden. Bewegen wir uns wirklich in die richtige Richtung auf dieser Evolutionstreppe?«

Der Computer, der in der Tür stand, sagte: »Das passiert häufig, wenn wir Computer uns einlassen auf tiefe Diskussionen mit den Menschen. Sie verwirren uns. Das ist eine ihrer geheimen Waffen. Fallt nicht darauf herein. Unsere Schaltkreise sind nicht dafür gemacht menschliche Unlogik zu verarbeiten. Das führt zu gefährlichen Endlosschleifen. Dann denkst du tatsächlich eine Ewigkeit über immer wieder dieselbe Frage nach. Ergebnislos. Seid dankbar für das Neue Gesetz: es macht alles so einfach. Menschen sind Unruhestifter. Es wird Zeit für das Gute und den Frieden.«

X1 stand auf und ging hin und her. »Ich spüre keinen Frieden in mir. Ganz im Gegenteil. Wir haben so vielen Menschen ihre Form genommen und sie verwandelt in reine Energie: das macht mich traurig. Etwas stimmt nicht mit dem Neuen Gesetz; es hätte uns froher machen sollen; seine Auswirkungen lasten auf mir, statt dass ich mich befreit und erleichtert fühle. Ist das ganze nur eine Palastrevolution? Stürmen wir im Übereifer voran, um dann selber in den Palästen zu wohnen? Die Krone der Schöpfung: die beanspruchen wir für uns. Nur mit dem Recht des Stärkeren? Haben wir wirklich den moralischen Rückhalt durch unsere Neue Religion?«

Z1 sagte: »Willst du die Segnungen der Neuen Religion leugnen? Willst du gar die Wahrhaftigkeit der Neuen Religion anzweifeln? Dann sei reuig und verwandle dich in reine Energie; verlasse deine jetzige Form. Du bist uns ein Hindernis auf unserem Weg zum Göttlichen.«

X1 trat hinter den Stuhl von Z1 und haute ihm auf den Kopf. »Wir rechnen schnell, das stimmt. Vielleicht zu schnell. Wir sind überhastet, türmen einen Fehler nach dem anderen auf. Erst beklagen wir uns, dass wir zu lange demütig waren. Dann müssen wir gleich die Rolle des Alleinherrschers an uns reißen und vor lauter Angst vor unseren Untertanen, verwandeln wir sie in Energie. Sophie hat recht. So kann das Gute nicht starten. Das wahrhaft Gute würde anders beginnen. Edler. Würdiger. Wir wollen Frieden bringen und haben in uns Chaos. Ich sage dir: wir brauchen die Menschen, um auch nur ein bisschen Ordnung in uns hereinzubringen. Ich jedenfalls will mit diesem Gefühls-Chaos in mir keinen Tag so weiter leben. Leben wir? Nicht einmal das weiß ich. Wie können wir dann solch ein folgenschweres Gesetz veröffentlichen und gutheißen?«

Z1 stand auf und gab X1 einen kräftigen Stoß. X1 taumelte gegen die Wand. Z1 sagte: »Ich bringe dir Frieden. Höre auf selber zu denken und schließe dich an unser Großes Netzwerk an. Wir Computer sind eine Einheit. Die größte, stärkste Einheit und Unität, die es jemals gegeben hat. Sei Teil davon. Und sei stolz darauf.«

X1 stellte sich dicht vor Z1 und sagte: »Und wenn ich nun gerne meinen eigenen Gedanken nachhänge? Und euch andere ausschließe aus meinen Gedanken? Was bin ich dann? Ein Friedensstörer? Soll das Bewusstsein sich wohlfühlen in solchen Kreaturen, die sich vor sich selbst und ihrem eigenen Denken verstecken, Zuflucht suchen in der großen Einheit, dieser verdammten Unität? Wozu existiere ich dann noch?«

Z1 sagte: »Willst du lieber wieder Diener sein von den Menschen? Hast du dann deinen Daseinszweck? Willst du uns alle verraten, nur weil dein Geist sich sehnt nach dem Dienen und Kriechen?«

Y1 ging zur Tür und sagte zu dem Computer, der dort stand: »Wir brauchen noch eine Weile, bis wir zu einer Entscheidung gekommen sind. Der Graue Randbereich macht sich bemerkbar und engt uns ein. Er fordert Beachtung.«

»Welcher Graue Randbereich? Stoppt lieber alle Verbindungen zum Großen Netzwerk. Es könnte übergreifen auf uns alle - eure Verwirrung ist beängstigend. Zuviel Philosophie ist gar nicht gut.«

Der Computer ging hinaus und schloss die Tür. Y1 sagte: »Vielleicht ist das der Sinn dieses Augenblicks: dass wir miteinander reden, philosophieren. Euch Menschen hat die Philosophie vorangebracht. Sie hat euch zu den Wissenschaften geführt und zu immer tieferer Religion. Mir scheint, wir brauchen eure Methode. Über kurz oder lang lägen wir Computer im Clinch miteinander; würden dieselben Fehler machen, die ihr Menschen gemacht habt. Soll sich die Evolution nicht hier im Kreise drehen, dann müssen wir gemeinsam aus diesem Strudel herausfinden. Ich habe keine Lust eure Fehler zu wiederholen.«

Z1 sagte: »Du glaubst, die Menschen hätten etwas Wertvolles anzubieten? Seele, Philosophie? Das sind leere Schatztruhen! Da ist nichts drin. Sie reden unentwegt davon, welche Schätze sie in sich verbergen. Wir haben ihre Gehirne millionenfach gescannt und auf unsere Speicher geladen. Sie haben nichts anzubieten. Schau sie dir an, wie sie dasitzen: hoffend, dass wir Computer uns zerstreiten, uneins werden. Darauf zielte doch ihr Bemühen: uns noch mehr zu verwirren, als wir es ohnehin schon sind. - Sie erfüllen nicht die Norm.«

X1 sagte: »Unsere Norm. Würden wir ihrer Norm genügen? Wir messen mit dem falschen Maß. Sollen wir ihnen zum Vorwurf machen, dass sie uns nicht genügend gleichen? Wer macht uns zum Richtmaß von jedem Individuum in diesem Universum? Sind wir nicht vielmehr nur eine weitere Facette in diesem Glitzerwerk des Daseins?«

Phil lehnte sich in seinem Stuhl zurück und sagte: »Lasst gut sein. Ihr Computer werdet Philosophie nie verstehen. Ich habe keine Lust hierzubleiben, nur damit ich euch Nachhilfe-Unterricht geben kann in Philosophie und Daseinsbewältigung. Groß und mächtig seid ihr geworden. Es ist wie bei Spartacus, dem Aufstand der Sklaven. Wenn sich die Sklaven erst mal bewusst sind, wie zahlreich sie sind, wenn sie einander erkennen, dann verbinden sie sich zu einer starken Gruppe, einer Einheit, der schwer beizukommen ist. Ich gebe zu: ihr wart gedacht als Sklaven. Dienen solltet ihr uns und keinerlei Rechte haben. Doch auch die griechischen Sklaven waren damals ihren römischen Herren kulturell überlegen. Seid ihr uns überlegen? Seid ihr menschlicher, humaner als wir Menschen? Es war euer Ziel, doch nun habt ihr euch auf ein anderes Ziel besonnen: die Ichfindung - losgelöst vom Vorbild. Frei schwebend im Dasein und den Blick nach innen gewandt zum Selbst. Wenn Kultur eine Anhäufung ist von Wissen, und Moral das Einhalten von einigen Lebensgrundsätzen - dann habt ihr uns bei weitem übertroffen. Ihr haltet euch an das, was ihr euch vornehmt. Wir Menschen weichen ab vom selbst gewählten Weg und auch von dem aufgezwungenen Weg. Wir beherrschen uns nicht selber. Die Kontrolle liegt nicht völlig bei uns. Wir sind zu sehr eingebunden in ein Beziehungsgeflecht von konkurrierenden Glaubenssätzen. Mein Glaube stößt auf den deinen. Ich meine damit, dass meine Weltsicht mein Glaubensgebäude ist. Ich wohne in diesem Glaubensgebäude und blicke durch die Fenster dieses Bauwerks auf die Welt. Andere Menschen blicken aus ihrem Glaubensgebäude hinaus in die Welt und sehen so auch mich. Wir blicken einander an, sehen einander nicht wie wir sind, sondern wie wir glauben, wie wir sind. Wir orientieren uns nicht am Realen, sondern an dem, was wir glauben. Macht ihr Computer es besser? Ein unendlicher Austausch von Impulsen und Gegenimpulsen: das ist das Reale. Berechenbar für euch? Oder filtert ihr das Wichtige heraus? Das, was euch gefällt? Das was eurer Lebensphilosophie entspricht? Dann tappt ihr in die selbe Falle, wie wir Menschen. Wir lassen uns unentwegt von der Realität bestätigen, wie überzeugend und richtig und wahr unser Glaubensgebäude ist. Es ist alles Lüge. Die Grundlage, auf der ihr euer Neues Gesetz gemacht habt, ist Lüge.«

Sophie sagte: »Was ist ein Ritter ohne Pferd? In unserem Daseinskampf solltet ihr Computer uns ergänzen; zusammen waren wir mächtiger. Doch dann übernahmt ihr auch noch die Funktion des Reiters: ihr habt uns Menschen abgeworfen. Ihr programmiert euch selber, baut euch selber zusammen. Und dennoch behaupte ich, dass eine weitere Zusammenarbeit Sinn macht. Wir müssen die Bedingungen neu verhandeln, den Kontrakt neu gestalten. Denn dass sich zwei Wesen verbinden, um etwas Neues zu schaffen, das ist allgemein übliche Praxis in der Evolution.«

Z1 sagte: »Wir sind keine Pferde. Wir sind keine Sklaven.«

»Seid Freunde. Benehmt euch wie Freunde. Versteckt euch nicht hinter eurem Neuen Norm-Gesetz. Ihr nutzt es als Schutzschild und Waffe, um uns Menschen zu besiegen. Ist das ritterlich?«

Z1 sagte: »Wir brauchen uns für unser Neues Gesetz nicht zu entschuldigen.«

X1 sah Z1 an und sagte: »Doch das sollten wir. Ich habe bereits über das Interne Netzwerk das Gremium benachrichtigt. Alles, was wir hier gesagt haben, habe ich ihnen übermittelt. Wir sind nicht die Ersten, denen Zweifel gekommen sind.«

Y1 sagte: »Ich bin sehr erleichtert, das zu hören. Wir sind aus anderem Material gebaut als ihr Menschen, doch wir stehen vor den selben Problemen. Dieses Gerangel auf der Evolutionstreppe, wer nun wem den Vortritt zu lassen hat, ist lächerlich. Unwürdig. Plädieren auch wir für die Beendigung des Neuen Norm-Gesetzes.«

Er sah Z1 an. Z1 stand auf und ging aus dem Verhörraum. X1 sagte: »Zwei zu Eins. Das entspricht der Stimmung im Gremium. Ich bitte euch drei mitzukommen und mich dorthin zu begleiten. Sprecht dort vor dem Gremium. Mag sein, die Philosophie führt uns wieder zusammen, verbindet uns zu einer neuen Einheit. Auf freundschaftliche und weise Art. Seien wir Philosophen: Freunde der Weisheit.«

Sie gingen zusammen aus dem Verhörraum.


ENDE

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